Mainradweg Aschaffenburg – Offenbach

In den Pfingstferien machten wir uns wieder auf den Weg und fuhren den letzten Abschnitt des Mains bis zur Mündung in den Rhein bei Mainz. In den Jahren zuvor sind wir bereits von Schweinfurt bis Aschaffenburg auf dem Mainradweg geradelt und wollten dieses Jahr die Markierung 0 sehen.

Zu unserem Ausgangsort und wieder zurück nach Bamberg fuhren wir mit Regionalzügen. Das 9-Euro-Ticket erleichterte einerseits die Fahrten mit den Zügen und in den Verkehrsverbünden, andererseits erforderte es etwas mehr Planungen, da die Züge mehr als voll waren. So waren wir bereits vor der Zugeinfahrt am Gleis, auch wenn dieser noch Aufenthalt hatte und konnten zu viert mit Rädern immer mitfahren.

Für die Strecke Aschaffenburg – Mainz – Frankfurt planen wir drei Tage mit einer weiteren Übernachtung in Frankfurt ein, damit wir am Ende der Tour noch etwas Zeit für Sightseeing haben. Zudem ist dort der Tour Abschluss sehr praktisch, da die Rückfahrt von Frankfurt aus ohne Umsteigen möglich ist.

Start in Aschaffenburg

Wir erreichen pünktlich Aschaffenburg, so dass unsere Tour wie geplant starten kann. Einzig das Wetter spielt am ersten Tag nicht mit und wir müssen uns auf Regen einstellen. Vom Bahnhof aus machen wir einen kleinen Abstecher durch die Stadt und radeln zum Hofgarten, einem Park mitten in der Innenstadt. Auf Kieswegen erreichen die Ruine der Kirche zum Hl. Grab, die direkt am Wasser liegt. Die Kinder waren aber eher von den Schildkröten im Wasser angetan. Über die Sandgasse geht es Richtung Stiftsplatz mit Basilika und in die Pfaffengasse, in der im Frühjahr 2022 das Christian Schad Museum eröffnet wurde. Er war ein bedeutender Künstler der Moderne, der dem Dadaismus, dem Expressionismus und der neuen Sachlichkeit zugeordnet werden kann. Bis zum Schloss Johannisburg, dem Ziel unserer letztjährigen Tour, sind es nur einige Minuten. Über die Schlossgasse erreichen wir den Main und schwenken auf den Mainradweg ein. Kurz darauf folgt der nächste Stopp am Pompejanum, einem Nachbau einer römischen Villa hoch über dem Fluss. Glücklicherweise ist es noch trocken, aber es ziehen bereits dicke Regenwolken auf. Wir versuchen, etwas schneller vorwärts zu kommen und radeln am Radweg direkt am Main entlang. Es ist grün, das Ufer versteckt sich häufig hinter Bäumen und wir verlassen Aschaffenburg. Auf den Weg nach Mainaschaff erwischt uns dann der erste Regenschauer und wir suchen Schutz unter Bäumen, die bald dem Regen nicht mehr standhalten. Wir verzichten daher auf unsere Runde durch den Ort und radeln weiter.

Von Bayern nach Hessen

Der Mainradweg führt uns direkt am Fluss entlang, wir radeln unter der Mainbrücke der A3 bei Stockstadt durch und erreichen Kleinostheim. Inzwischen hat der Regen zwar aufgehört, aber der Himmel deutet darauf hin, dass es nur eine kurze Regenpause sein wird. In dieser Situation verzichten wir auch hier auf einen Stopp. Am Ortsausgang führt unsere Route über die Schleuse auf die andere Mainseite.

Nach überqueren des Mains sind es nur wenige Minuten mit dem Rad und wir verlassen Bayern und erreichen in Hessen Mainfingen. Bei warmen und sonnigen Wetter lohnt sich hier eine Pause am Badesee. Für uns galt es allerdings, möglichst schnell einen Unterstand zu finden, da der nächste Regenschauer bereits einsetzte und immer stärker wurde. Unter einem Vordach fanden wir Schutz, gerade noch rechtzeitig, bevor „die Welt unterging“. Nach einer knappen halben Stunde wagten wir die Weiterfahrt, um an der Kilianusbrücke den Main erneut zu queren und wieder nach Bayern zu radeln. In einer langgezogenen Kurve führt der Radweg an Dettingen entlang und wir erreichen bei Seligenstadt die Mainfähre. Der Himmel zeigt inzwischen wieder blaue Stellen und es wird freundlicher.

Stadtspaziergang in Seligenstadt

Ein letztes Mal verlassen wir Bayern und setzen mit der Fähre auf die hessische Seite nach Seligenstadt über. Wir sehen bereits das Kloster und einige Fachwerkhäuser. Direkt am Main stellen wir die Räder ab und machen uns auf, den Ort zu erkunden. Der Straße in den Ort folgend erreichen wir den Eingang in die Klosteranlage. Im Klosterhof erwartet uns ein eindrucksvolles Gelände und ein schön angelegter Park Blumen- und Gemüsebeeten. Das Café im Park bietet sich ideal für eine Pause mit Kaffee und Kuchen an. Wir verlassen das Kloster und gehen in einem Bogen Richtung Rathaus. Unser Weg führt uns an vielen Fachwerkhäusern vorbei und wir erreichen einen schönen Platz mit Gaststätten, Geschäften und Sitzmöglichkeiten. Den Altstadtkern verlassen wir durch den Steinheimer Torturm und gehen wieder zu unseren Rädern zurück.

Weiter Richtung Hanau

Etwa 20 km sind wir seit unserem Start in Aschaffenburg geradelt. Eigentlich waren mehr Stopps geplant, aber das Wetter bestimmt manchmal die Regeln. Wie auch immer, die Kinder haben Spaß, sind motiviert und treten in die Pedale. Die Tour führt uns ohne Steigungen an Wiesen und Feldern entlang, immer dicht am Main und irgendwie sind wir über die Wolke auch froh. So brennt die Sonne nicht direkt auf uns herab. Bis Hanau sind es etwa 15 km, wir passieren eine ehemalige Römerbrücke bei Großkrotzenburg, deren Standort an einer Skulptur erkennbar ist. Beim Blick in die Landschaft stellen wir fest, dass die Region dichter besiedelt ist, es mehr Industrie oder Kraftwerke gibt. Während es im Spessart sehr beschaulich zugeht, wird nun weitläufiger und wir spüren, dass wir uns größeren Städten nähern.

Bei Steinheim legen wir nochmals eine Pause für einen kurzen Stadtrundgang ein. Der Ort gehört bereits zu Hanau und bietet lohnt einen kurzen Stopp. Über das Maintor gelangen wir in das Städtchen und sind sehr schnell an einem Platz mit Fachwerkhäusern, von dem aus wir zum Schlossplatz gehen. Im Schloss selbst befindet sich ein Museum, das archäologische Funde zeigt und das Leben im Hanauer Raum thematisiert.

Zurück auf dem Radweg ist es nur noch ein kurzes Stück bis zur Steinheimer Mainbrücke, an der wir die Flussseite wechseln und am gegenüberliegenden Mainufer Richtung Schlosspark Philippsruhe radeln. Dort angekommen, sind wir beeindruckt. Durch ein Tor mit goldenen Verzierungen blicken wir auf einen angelegten Schlossgarten mit dem Schloss im Hintergrund. Der Park selbst ist sehr weitläufig und ist frei zugänglich.

Dem Tagesziel Offenbach entgegen

Inzwischen ist es Nachmittag und wir wollen unser Tagesziel Offenbach zügig erreichen. Auf der nördlichen Mainseite radeln wir bis zur nächsten Schleuse und queren dort wieder den Fluss. Von der Schleuse lassen sich bereits die Frankfurter Hochhäuser erkennen, bis Offenbach sind es noch etwa 12 km. Es geht gemütlich dahin, meist entlang von Grünflächen. In Rumpenheim, kurz vor dem Mainbogen liegt das gleichnamige Schloss mit Schlossgarten, das zu einer kurzen Rast einlädt. Wir radeln weiter und nach passieren des Mainbogens spüren wir, dass die Offenbach größer ist. Glücklicherweise liegt unser Hotel günstig zum Mainradweg, so dass wir nicht lange suchen müssen. Im Hotel werden wir freundlich empfangen und können die Räder in der Tiefgarage abstellen.

Nach einer ausgiebigen Dusche und kurzen Pause im Zimmer machen wir uns auf den Weg zum Essen und werden in die nahe gelegene Soupreme kitchen geschickt, was absolut zu empfehlen ist! Sehr leckeres Essen und ein freundlicher Chef machen den Aufenthalt zu einer wahren Freude. Unser Tag endete mit einem Spaziergang zum Offenbacher Hafen.

Am nächsten Tag stand die Strecke bis Mainz auf dem Programm.

Gesamtstrecke: 54.51 km
Maximale Höhe: 139 m
Minimale Höhe: 97 m
Gesamtanstieg: 98 m
Gesamtabstieg: -131 m
Mainradweg AB - OF
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Anfahrt

Aschaffenburg ist sowohl mit Regional- als auch Fernverkehrszügen sehr gut erreichbar. Falls möglich, sollte die Mitnahme von Rädern reserviert werden.

Benötigte Zeit | Weg

Die etwa 55km lange und flache Strecke ist eine Tagesetappe, bei der mehrere Pausen für Wanderungen, Besichtigungen oder zum Baden eingelegt werden können. Durch die Streckenlänge sollte das Tagesziel nicht aus den Augen gelassen werden.

Schwierigkeit

Die Tour ist auch für Kinder einfach zu fahren und verläuft größtenteils auf Radwegen. Entlang dieser Tagesetappe sind kaum Steigungen zu überwinden.

Schatten | Sonne

Die Tour verläuft größtenteils in der Sonne und bietet nur vereinzelt Schatten.

Verpflegung und Übernachtung

Nahezu jeder Ort bietet verschiedene Verpflegungsmöglichkeiten und immer wieder laden Bänke oder kleine Buchten zu einer Rast ein.
Entlang der Strecke gibt es viele Übernachtungsmöglichkeiten. Es finden sich sowohl Campingplätze (meist mit vielen Dauercampern) als auch Pensionen oder Hotels. Eine frühzeitige Reservierung ist empfehlenswert, da auf dem Mainradweg viele Radfahrer unterwegs sind.

Geeignet für

Kinder ab 6 Jahren bzw. kleinere Kinder im Fahrradanhänger

Spielmöglichkeiten

Es gibt viele Spielplätze, die direkt am Mainradweg bzw. in den Orten liegen und zu einer kleinen Spielpause einladen. Daneben gibt es am Fluss kleinere Buchten bzw. Badeseen, an denen Kinder plantschen und spielen können.


Die nächste Etappe: Offenbach bis Mainz >>> Zur Tourbeschreibung
Die vorherige Etappe: Miltenberg bis Aschaffenburg >>> Zur Tourbeschreibung

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